Salz: Stiller Killer – der so gut schmeckt?

18.05.2026
Salz: Stiller Killer – der so gut schmeckt?

Salz reduzieren, verstecktes Salz erkennen und Natrium im Essen verstehen 

Fangen wir mit den nicht so folgenschweren an: Mikroplastik im Meersalz 

Viel Mikroplastik im Salz: Professor Michalsen warnt vor Meersalz 

Der renommierte Ernährungswissenschaftler von der Charité Berlin sagt, viele Salze – besonders Meersalz – seien durch Mikroplastik verseucht. Mikroplastik sei überall in den Meeren. Meersalz und z.B. Fleur de Sel solle man meiden. Meersalz Mikroplastik ist damit ein Thema, das man beim Einkauf ernst nehmen sollte. 
Stattdessen empfiehlt er „altes“ Meersalz, also Steinsalz oder Himalaya-Salz, das zu einer Zeit gebildet wurde, in der die Meere noch kein Mikroplastik enthielten. Wer Steinsalz kaufen oder Himalaya-Salz kaufen möchte, findet diese Alternativen deshalb oft attraktiver. Dieses haben wir auch gleich in unseren Shop aufgenommen. Aber es kommt noch viel schlimmer. 

Der Wissenschaftsjournalist Bas Kast fasst wissenschaftliche Studien gut zusammen 

Ich habe Bas Kast als Wissenschaftsjournalisten in letzter Zeit immer schätzen gelernt. 
Er analysiert die relevanten Studien zu einem Thema und stellt die Ergebnisse kritisch und für mich vertrauenswürdig und ohne Geschäftsinteressen zusammen. Dazu haben wir „Normalbürger“ weder die Zeit noch die Möglichkeiten. 
Durch ihn ist mir das Thema Salz und Gesundheit mit aller Bedeutungsschwere bewusst geworden, auch die Konsequenzen für mich persönlich. 

Studie: Was macht unsere heutige Ernährung so ungesund, was macht uns krank und bringt uns sogar um?

Eine seriöse und umfassende Studie, veröffentlicht in The Lancet, hat weltweit Daten aus 195 Ländern betrachtet und untersucht, welche Ernährungsfaktoren besonders stark mit Krankheit und Tod zusammenhängen. Wir denken an Transfette, Zucker oder verarbeitetes Fleisch. Das Forscherteam machte Salz als unumstrittenen Spitzenreiter aus. Es sei sogar gefährlicher als Rauchen. Und über 1 Milliarde Menschen sind wohl weltweit betroffen. Das zeigt, wie relevant Salzkonsum und Salzaufnahme weltweit geworden sind. 

 

Quellenverzeichnis: 

Bas Kast (Der Ernährungskompass) 

  • Harvard University – Langzeitstudie zu Fettsäuren und Sterblichkeitsrisiko: Kast bezieht sich auf eine Untersuchung an über 126.000 Menschen über 32 Jahre. Diese Studie belegt das im Newsletter erwähnte "Butter-Paradoxon": Wer Kohlenhydrate oder gesättigte Fette (wie in Butter) durch pflanzliche, ungesättigte Fette ersetzt, senkt sein allgemeines Sterblichkeitsrisiko signifikant. 
  • Harvard University – Studie zu Schlankmachern: Eine weitere große Auswertung aus Harvard offenbarte, dass der Verzehr von Nüssen, obwohl sie kalorienreich sind, überraschenderweise vor Übergewicht schützt. Je mehr Nüsse die Probanden aßen, desto geringer fiel ihre Gewichtszunahme aus. Nüsse sind demnach stark mit einem flacheren Bauch assoziiert. 
  • Forschungen zum „Eiweiß-Effekt“ (Stephen Simpson & David Raubenheimer): Kast stützt sich auf die bahnbrechenden Experimente dieser Forscher (u.a. in Oxford und im Schweizer Chalet durchgeführt). Sie beweisen, dass unser Körper auf die Zufuhr von Proteinen programmiert ist. Kleine Proteinbomben wie Nüsse stillen diesen spezifischen Hunger enorm schnell und bewahren uns davor, uns unbewusst mit kohlenhydratreichem Essen zu überfressen. 
  • PREDIMED-Studie (Spanien) zum Herz-Kreislauf-System: Kast zitiert dieses groß angelegte Experiment mit rund 7.500 Teilnehmern, das gezeigt hat, dass eine fettreiche Ernährung – gezielt ergänzt mit einer täglichen Ration Nüssen (Walnüsse, Haselnüsse, Mandeln) – vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützt und das Schlaganfallrisiko drastisch senkt. 

 

Prof. Dr. Andreas Michalsen (Ernährung. Meine Quintessenz) 

  • UK Biobank Studie – Nüsse als „Mood Food“ (Depressionsrisiko): Prof. Michalsen zitiert eine Datenanalyse der UK Biobank, bei der zwischen 2007 und 2020 rund 13.000 Menschen untersucht wurden. Das Ergebnis zeigte deutlich: Der tägliche Verzehr von etwa 30 Gramm Nüssen reduziert das Risiko, an einer Depression zu erkranken, um 17 Prozent. 
  • Forschungen der Universität Graz zu Spermidin und Autophagie (Frank Madeo & Tobias Eisenberg): Michalsen führt die molekularbiologischen Studien aus Graz an, die Spermidin als echtes "Fasten-Mimetikum" (eine Substanz, die Fasteneffekte imitiert) identifizierten. Da Nüsse gute Quellen für Spermidin sind, kurbeln sie die Autophagie – das lebensverlängernde, zelluläre Selbstreinigungsprogramm des Körpers – an. 
  • Mikrobiom-Forschung zu Ballaststoffen und kurzkettigen Fettsäuren: Michalsen verweist auf den breiten Konsens der modernen Forschung zum Mikrobiom. Die unverdaulichen Ballaststoffe in Nüssen dienen den guten Darmbakterien als Futter. Aus ihnen produzieren die Bakterien kurzkettige Fettsäuren (wie Buttersäure), die Entzündungen hemmen, die Darmbarriere stärken und indirekt über das Hormon GLP-1 stark sättigend wirken. 
  • Kalorienverwertung von Nüssen (u.a. Studien der Arizona State University & Weizmann-Institut): Michalsen erklärt das Phänomen, dass beim Verzehr von Nüssen gar nicht das gesamte Fett vom Körper aufgenommen wird. Durch die Ballaststoffgerüste landet ein messbarer Teil der Nuss-Kalorien unverdaut in der Toilette, weshalb diese Fettsäuren nicht als Hüftspeck enden können. 
  • PREDIMED-Studie (Spanien): Auch Prof. Michalsen zieht diesen Meilenstein der Ernährungsforschung (die Predimed-Studie mit über 7.000 Teilnehmern) heran, um zu untermauern, dass Nüsse und Olivenöl als gesunde Fette das Risiko für schwere Herzinfarkte und Schlaganfälle um 30 Prozent verringern können.