Olivenöl im Geschmackstest – Olivenöl verkosten: mildes oder kräftiges Olivenöl?

23.09.2026
Drei Verkostungsschälchen mit Olivenöl neben einer Olivenölflasche und grünen Oliven

Hallo Genussfreund,

Olivenöl im Geschmackstest kann überraschen. Wer Olivenöl verkosten möchte, merkt schnell, wie unterschiedlich mildes oder kräftiges Olivenöl wahrgenommen wird.

Blind verkosten überrascht

Beim Olivenöl probieren hilft eine Blindverkostung. Ich verglich fünf Öle aus dem Sortiment mit einem Supermarktöl – und hielt ausgerechnet eine hochwertige Cuvée zunächst für das Vergleichsöl.

Fruchtig bitter und scharf

Olivenöl Geschmack reicht von mild, cremig und nussig bis bitter, pfeffrig und deutlich scharf. Schärfe und Bitterkeit können auf Polyphenole hinweisen, sagen allein aber noch nicht, welches Öl persönlich am besten schmeckt.

Qualität erkennen heißt vergleichen

Gleiche kleine Gläser, neutrale Reihenfolge und etwas Weißbrot zwischen den Proben genügen. Notiert zuerst Duft, Fruchtigkeit, Bitterkeit und Schärfe. Ein Testergebnis kann Orientierung geben – die eigene Küche entscheidet.

Blind probieren verändert den Blick

Bei Alexanders Verkostung standen fünf Öle aus dem Sortiment neben einem Supermarktöl. Ohne Etikett hielt er sogar eines der eigenen Öle für das Vergleichsprodukt. Das ist eine gute Erinnerung daran, wie stark Preis, Verpackung und Erwartung unser Urteil prägen. Blind bleiben nur Duft, Mundgefühl, Bitterkeit und Schärfe.

Ein Testergebnis kann Orientierung geben. Welche Flasche am Ende häufiger auf dem Tisch steht, entscheidet trotzdem der eigene Geschmack.

Genussvolle Grüße,
Dein Alexander

Quellhinweise

EU-Verordnung 432/2012 zum zugelassenen Health Claim für Olivenölpolyphenole. Produktanalysen der Hersteller.

Quellenverzeichnis: 

Bas Kast (Der Ernährungskompass) 

  • Harvard University – Langzeitstudie zu Fettsäuren und Sterblichkeitsrisiko: Kast bezieht sich auf eine Untersuchung an über 126.000 Menschen über 32 Jahre. Diese Studie belegt das im Newsletter erwähnte "Butter-Paradoxon": Wer Kohlenhydrate oder gesättigte Fette (wie in Butter) durch pflanzliche, ungesättigte Fette ersetzt, senkt sein allgemeines Sterblichkeitsrisiko signifikant. 
  • Harvard University – Studie zu Schlankmachern: Eine weitere große Auswertung aus Harvard offenbarte, dass der Verzehr von Nüssen, obwohl sie kalorienreich sind, überraschenderweise vor Übergewicht schützt. Je mehr Nüsse die Probanden aßen, desto geringer fiel ihre Gewichtszunahme aus. Nüsse sind demnach stark mit einem flacheren Bauch assoziiert. 
  • Forschungen zum „Eiweiß-Effekt“ (Stephen Simpson & David Raubenheimer): Kast stützt sich auf die bahnbrechenden Experimente dieser Forscher (u.a. in Oxford und im Schweizer Chalet durchgeführt). Sie beweisen, dass unser Körper auf die Zufuhr von Proteinen programmiert ist. Kleine Proteinbomben wie Nüsse stillen diesen spezifischen Hunger enorm schnell und bewahren uns davor, uns unbewusst mit kohlenhydratreichem Essen zu überfressen. 
  • PREDIMED-Studie (Spanien) zum Herz-Kreislauf-System: Kast zitiert dieses groß angelegte Experiment mit rund 7.500 Teilnehmern, das gezeigt hat, dass eine fettreiche Ernährung – gezielt ergänzt mit einer täglichen Ration Nüssen (Walnüsse, Haselnüsse, Mandeln) – vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützt und das Schlaganfallrisiko drastisch senkt. 

 

Prof. Dr. Andreas Michalsen (Ernährung. Meine Quintessenz) 

  • UK Biobank Studie – Nüsse als „Mood Food“ (Depressionsrisiko): Prof. Michalsen zitiert eine Datenanalyse der UK Biobank, bei der zwischen 2007 und 2020 rund 13.000 Menschen untersucht wurden. Das Ergebnis zeigte deutlich: Der tägliche Verzehr von etwa 30 Gramm Nüssen reduziert das Risiko, an einer Depression zu erkranken, um 17 Prozent. 
  • Forschungen der Universität Graz zu Spermidin und Autophagie (Frank Madeo & Tobias Eisenberg): Michalsen führt die molekularbiologischen Studien aus Graz an, die Spermidin als echtes "Fasten-Mimetikum" (eine Substanz, die Fasteneffekte imitiert) identifizierten. Da Nüsse gute Quellen für Spermidin sind, kurbeln sie die Autophagie – das lebensverlängernde, zelluläre Selbstreinigungsprogramm des Körpers – an. 
  • Mikrobiom-Forschung zu Ballaststoffen und kurzkettigen Fettsäuren: Michalsen verweist auf den breiten Konsens der modernen Forschung zum Mikrobiom. Die unverdaulichen Ballaststoffe in Nüssen dienen den guten Darmbakterien als Futter. Aus ihnen produzieren die Bakterien kurzkettige Fettsäuren (wie Buttersäure), die Entzündungen hemmen, die Darmbarriere stärken und indirekt über das Hormon GLP-1 stark sättigend wirken. 
  • Kalorienverwertung von Nüssen (u.a. Studien der Arizona State University & Weizmann-Institut): Michalsen erklärt das Phänomen, dass beim Verzehr von Nüssen gar nicht das gesamte Fett vom Körper aufgenommen wird. Durch die Ballaststoffgerüste landet ein messbarer Teil der Nuss-Kalorien unverdaut in der Toilette, weshalb diese Fettsäuren nicht als Hüftspeck enden können. 
  • PREDIMED-Studie (Spanien): Auch Prof. Michalsen zieht diesen Meilenstein der Ernährungsforschung (die Predimed-Studie mit über 7.000 Teilnehmern) heran, um zu untermauern, dass Nüsse und Olivenöl als gesunde Fette das Risiko für schwere Herzinfarkte und Schlaganfälle um 30 Prozent verringern können.